Der Kandidatenkreis soll sich wohl auf drei Leute beschränkt haben...
Doll, Slomka und Neururer...
Da Neururer sofort interessiert sein wird, befürchte ich, dass er es wird, von allen drei Kandidaten würde ich ihn persönlich am allerwenigsten nehmen...
Hier noch schnell der Spielbericht aus Fansicht...
Ostseestadion Rostock
Tore: Lechleiter (24. + 43.) - Reichenberger (74.), Braun (86.)
Zuschauer: 10000
Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf)
Hansa am Scheideweg
F.C. Hansa Rostock
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VfL Osnabrück
Der 9. November war in Deutschland schon immer ein schicksalhafter Tag. Und nach dem unterirdischen Spiel in Oberhausen könnte er auch für unseren Trainer zum Schicksalstag werden.
In Fankreisen war man sich weitestgehend einig, dass eine erneute Pleite zur Entlassung des nicht mehr ganz so unumstrittenen Trainers führen könnte. Dies ging sogar so weit, der eigenen Mannschaft eine möglichst hohe, bzw. verdiente Niederlage zu wünschen, damit das Martyrium endlich ein Ende hat. Dies würde mir persönlich niemals einfallen. Allerdings würde ich auch nicht so weit gehen Herrn Pagelsdorf einen Persilschein für alles auszustellen. Ganz nüchtern betrachtet haben wir in Dreieinhalb Jahren gerade mal eine vernünftige Halbserie gespielt (Hinrunde 06/07). Den Rest kann man eigentlich getrost vergessen. Sicherlich hatten wir auch gute Spiele, nur täuscht das nicht darüber hinweg dass wir die meiste Zeit unter unseren Möglichkeiten gespielt haben.
Das alles klingt schon wie ein Abgesang. Die endgültige Entscheidung bezüglich des Trainers steht noch aus. Nur weiß bereits jeder, wie der Hase zu laufen scheint, nach dem Spiel, das uns gestern vorgesetzt wurde.
Noch immer grantig wegen der Arbeitsverweigerung in Oberhausen doch schon relativ entspannter machte ich mich auf dem Weg ins Ostseestadion. Am Einlass konnte man schon erahnen, was beim Betreten des Innenraums Gewissheit wurde: Das Stadion bleibt weitestgehend leer. Selbst die Ordner am Einlass hätten Zeit gehabt, jeden zahlenden Zuschauer einer gründlichen Leibesvisitation nebst rektaler Untersuchung zu unterziehen. Dies taten sie jedoch nicht, was bei den älteren Semestern unter den Hansafans als nachlassender Sexappeal ausgelegt wurde. Vielleicht war es aber auch bloß die Enttäuschung darüber, dass man schon so alt aussieht und der Ordnungsdienst noch maximal die Dritten als potenzielles Wurfgeschoss ausmacht. Nun ja, macht euch nichts daraus. Irgendwann ergeht es uns allen so.
Im Stadion selbst bot sich, wie schon gesagt, ein trauriges Bild. Nord- und Südtribüne, auch die Stehplatzblöcke, waren weit davon entfernt, ausverkauft zu sein. Von der Osttribüne ganz zu schweigen. Einzig und allein Block 27/27 a war gut gefüllt und wusste auch optisch zu überzeugen. Ferner stellt sich mir die Frage, was eigentlich lächerlicher ist: an einem Sonntag nicht einmal 10.000 Zuschauer ins Ostseestadion zu locken oder eben zu verkünden, dass es 10.000 sind, auch wenn jeder gesehen hat, dass dem nicht so ist.
Aber an solchen Nebensächlichkeiten sollte man sich vielleicht nicht aufhalten. Wichtig ist aufm Platz. Und dort bot sich ein ähnliches Bild, wie eine Woche zuvor in Oberhausen. Hansa hinten wackelig und vorne ohne Durchschlagskraft. Bis zum glücklichen 1-0 durch Robert Lechleiter waren die Osnabrücker in meinen Augen besser. Auch nach der Führung der Hanseaten konnten sich die Lila-Weißen gute Chancen erarbeiten. Direkt vor dem 2-0 hatten sie eine Riesenchance zum Ausgleich. Zum Glück wurde diese nicht genutzt. Ein haarsträubender Fauxpas von Thomas Cichon ermöglichte dann den zweiten Treffer durch Robert Lechleiter. Cool gemacht übrigens. Wäre er mal in der zweiten Hälfte genau so zielstrebig gewesen….
Wer jetzt denkt, dass Hansa das Ergebnis über die Zeit schaukeln will, sieht sich bald eines Besseren belehrt. Ähnlich wie gegen Koblenz wollte Hansa das nächste Tor. Es gab Chancen im Minutentakt, die allesamt nicht genutzt wurden. Dazu gab es einige fragwürdige Abseitsentscheidungen, die man so nicht nachvollziehen konnte. Aber all das ist Makulatur, letztendlich kam Osnabrück zum Anschlusstreffer. Ob dem 2-1 ein Foul an Assani vorausging vermag ich nicht zu beurteilen. Ein Gegentor ist kein Grund für ein vollständiges Auseinanderbrechen und noch lange kein Grund für ein zweites Gegentor kurz vor Schluss. Bei dem derzeitigen Auftreten der Mannschaft, vor allem der Abwehr, ist ein 2-0 Vorsprung noch lange kein sicheres Polster.
Den Aufstieg kann man sich in dieser Verfassung abschminken. Im Gegenteil, man muss sogar hoffen, dass man den Abstiegsrängen fernbleibt. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft wieder fängt, das Potenzial für einen besseren Tabellenplatz hat sie allemal.
Ob der aktuelle Trainer oder ein neuer die Mannschaft aus dem Tal der Tränen führt, bleibt abzuwarten.
Quelle: hansafans.de
4-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.12.08 14:02.