Bäm Man im Olympiastadion der U-16
Trotz des gestern Abends viel relevanteren Spiels ab 20:45, dass sein Ende irgendwie “schon” in der 97.Minute nahm, thematisiere ich etwas vollkommen anderes, möchte aber vorher noch etwas zu den Bremern sagen:
Wie so gut wie jeder andere Fußball-Fan habe ich schwer daran gezweifelt, dass Bremen ohne Diego im Finale des UEFA-Cups bestehen kann. Und wohl so ziemlich wie jeder andere, denke ich mir heute: “Wusst ich’s doch!” Seine fehlende Präsenz hat man auf dem Platz einfach gesehen. Der technisch viel besser aufspielenende brasilianische Verein Donezk wusste in der Offensive durch seine Qualitäten zu überzeugen, wohingegen Bremen eher ambivalenten Fußball bot zwischen “geht so” im Mittelfeld und “was läuft heute noch mal auf den anderen Sendern?” im Sturm. Auf RTL lief deren üblicher Müll wie ‘Super Nanny’ und ‘Raus aus den Schulden’, die Öffentlichen brachten irgendwas über Politik und Pro7 brachten Ärzte-Serien, die ich allesamt totaaaaal Scheiße finde, mit Ausnahme von Scrubs (und das wird mir niemand verübeln können).

Zurück zum Spiel: Der Schiedsrichter – anscheinend ehemaliger Eishockey-Spieler – ging ziemlich locker mit den Fouls um, die von den Ukrainern begangen wurden, schaffte es aber dennoch in der ersten Halbzeit eine gelbe Karte an Frings zu geben, die überhaupt nicht erforderlich gewesen wäre. Aufgeregt hat er mich deshalb in der 118. Minute der Verlängerung,nachdem es 1:1 dahin ging: Pizarro hatte im Strafraum mit einer Frings-Kopie der Ukrainer einen Zweikampf, bei dem BEIDE gezogen hatten, was zufällig schon die Begründung des Unparteiischen war, als das Spiel zuvor öfters zugunsten der Ukrainer weiterlief, jetzt jedoch das Tor, das aus der Szene resultierte, nicht werten ließ, da Pizarro ja gezogen und geschupst haben soll…
Merkt ihr was? Das war das zweite Tor der Bremer, das nicht zählte, auch wenn das erste, zu des Schiris Verteidigung, wirklich eine Abseitsszene war. Und das war das Tor, das nötig gewesen wäre um sich noch ins Elfmeterschießen zu retten. Bis auf die drei Tatsachen (seine Eishockey-Regeln, die 118. Minute & gelbe Karte an Frings) war der Schiri durchaus souverän in dieser Partie.
Verdient verloren haben die Bremer dennoch, da Donezk einfach besser gespielt hat.
Kommen wir nun zu meinem eigenlich Thema:
Mein Geographie-Lehrer (Union-Fan) kam vor zwei Wochen an einem Freitag auf mich zu und erzählte mir von einem Schülerländerspiel der U-16 Deutschland – Frankreich…Es war so klar. Er wollte es, ich wollte es. Wir standen am Fenster, wo das warme Licht der Sonne auf uns herabschien. Seine langen, braunen Haare schimmerten und er wirkte darin wie ein heiliger Engel…und dann passierte es…ICH MUSSTE GESTERN NICHT IN DIE SCHULE!!! Muahahahahahaha…
Na ja, er wollte einige Schüler der 12. und 11. Klasse als Schülerordner repräsentativ für den Bezirk Mitte einsetzen. Das bedeutete für ca. 40 glückliche Schüler keine Mittwoch, bevor man am Donnerstag und Freitag frei hätte. Und für mich bedeutete es statt sieben qualvolle Stunden durchstehen zu müssen, kleine Kinder schupsen und ein Fußballspiel sehen zu können.
Dafür mussten wir sinnvoller Weise bereits 8.15 Uhr am Osttor des Olympiastadion sein, um dann insgesamt eine Stunde rumstehen und warten zu können. Das Spiel fing auch recht zeitig um 11 Uhr schon an. Um unserer ehrenvoller Aufgabe auch bewusst zu werden und um Eindruck bei den Ladys schinden zu können, bekamen wir äußerst modische neuengrüne Shirts, mit einem “GEWALT HALT! MACH MIT!”-Aufdruck. Ich lese das Shirt gern von oben angefangen im Uhrzeigersinn (wie es sich eigentlich auch gehört). Das Resultat mag sich jeder selbst überlegen…
Das Berliner Olympiastadion, in dem ich erst zum zweiten Mal drin war, wurde in die Berliner Bezirke und Brandenburg aufgeteilt, wo sich die jeweiligen Schüler und Schülerordner befanden. Ich befand mich im Block M auf der Haupttribüne. Schon bevor das Spiel der U-16 anfing, spielten andere Mannschaften. Auf der von mir aus linken Feldhälfte spielte eine junge Mädchenmannschaft und auf der rechten Spielhälfte eine jüngere Jungenmannschaft irgendwelcher Grundschulen. Ich saß der rechten Spielhälfte direkt gegenüber, weshalb es mir viel leichter fiel diesem Spiel zuzuschauen. So wie ich das beurteile, kann ich von meinem fußballerischen Können mit den dort spielenden 4. oder 5.Klässlern durchaus mithalten, die U-16er jedoch sind mir bei weitem etwas vorraus…
Das Spiel Deutschland gegen Frankreich fing natürlich mit den Nationalhymnen an und Benny und ich (ein Fußballkumpel, der auch dabei war) haben uns total kaputt gelacht als der Spielmoderator oben rechts in der RIESENLEINWAND meinte, man solle bei der französischen Nationalhymne bitte Beifall klatschen…Fairplay ist das eine, was für mich bedeutet bei den Franzosen nicht zu pfeifen, wenn ihre Nationalhymne läuft, aber Beifall klatschen…Hinter mir taten es jedoch kleine Kinder und klatschten. Ich hatte mich umgedreht und im höflichen Berliner Stil gemeint: “Hört uff’ mit der Scheiße, sonst klatsch’ ick euch ins Jesicht!” Und ich war ja Ordnungsschüler, ne? Also mussten sie auf mich hören. Bei der französischen Nationalhymne habe ich nur den Daumen nach unten mit ausgestrecktem Arm gehalten. Wie John Cleese einmal sagte: “Es ist einfach nicht richtig, Franzose zu sein!”
http://www.transfermarkt.de/de/nationalmannschaft/17368/deutschland-u16/uebersicht/startseite.html
Bei der deutschen Nationalhymne wurde natürlich aufgestanden und mitgesungen. Und das Spiel fing auch sehr gut an für die Deutschen. Die Spieler der deutschen U-16 bauten von Anfang an den Druck der Offensive auf und kam auch in der 4.Minute fast zu einer Chance, wenn diese nicht von einem französischen Abwehrspieler mit einer Notbremse gestoppt worden wäre, was Geld zu Folge , aber Rot als Notwendigkeit hatte. Das 1:0 fiel aber noch früh genug durch den jungen Sean Parker nach einer Vorlage des Leverkuseners Luca Dürholtz zugunsten der Deutschen und so gut wie alle der 25.000 im Stadion sitzenen Zuschauer (genau so viele wie bei einem Hertha-Spiel) sprangen auf und jubelten.
Das Spiel verlief recht ausgeglichen, jedoch waren die Deutschen konsequenter in der Vorwärtsbewegung und gingen besser mit ihren Chancen um. Der junge und glänzend parierende Timo Horn des 1.FC Köln hielt das 1:0 der Deutschen bis in die Halbzeit fest. Meine Zwischenbilanz war, dass die Franzosen nur sehr sehr leicht technisch im Vorteil waren, die Deutschen aber einfach einiges besser im Spielaufbau und der Chancenauswertung. Bis dahin war ich sehr zufrieden mit dem unterhaltsamen Spiel und dem Gewissen unsere Zukunft liegt in wirklich guten Händen, wenn die U-17 Europameister wird und die U-16 ein so überzeugendes Spiel hinlegt.
Die zweite Halbzeit verlief ähnlich wie die erste. Zu Beginn versuchten die Franzosen noch ins Spiel zurückzufinden, jedoch ohne große Chancen. Die Deutschen übernahmen von da an wiederum das Ruder. Das 2:0 jedoch sollte erst in der 70.Minute fallen. Es wurde wiederum sehr gut herausgespielt, kann mich aber nicht mehr erinnern an wen und wie der Name des Torschützen hieß. Jedenfalls war es die Nummer 10. Wieder sprangen wir auf und jubelten. Von da an füllte sich die deutschen Fußballherzen mit Zufriedenheit und Benny und ich fingen sogar an böse Witze zu reißen. Der nennenswerteste ist ein Lied, das wir entwickelt hatten in der 54′-74′-90′-2010 Melodie der Sportfreunde Stiller. Von uns Modifiziert ergab es: “1870, 1940 und jetzt 2009…” Im Nachhinein ist das doch ziemlich schwarzer Humor, den man nicht unbedingt in der Öffentlichkeit lautstark vertreten möchte. Da ich aber in meinem Beiträgen gnadenlos ehrlich bin und mich sowieso selten für Dinge schäme, habe ich das in den Artikel miteingebaut. Und FALLS jemand aus ethischen Gründen dieses Lied verabscheut (was ich irgendwie nachvollziehbar finde), so möchte ich darauf hinweisen, dass die Britten öfters gegen die Deutschen ein Lied singen, dass inhaltlich von zwei gewonnen Weltkriegen und einem Weltmeistertitel handelt. Dieses Lied hat zwar auch ziemlich schwarzen Humor, ich finde es jedoch nicht allzu problematisch, da ich darüber lachen und damit umgehen kann. Wer mit “1870, 1940 und jetzt 2009…” nichts anfangen kann, der möge sich doch bitte selbstständig in der Deutsch-Französischen Beziehung bilden und nachschlagen, was zu diesen Jahreszeiten passiert ist.
Und Nein! Bäm Man macht nur gerne Witze über solche Sachen…Und er freut sich darüber, dass die junge französische Mannschaft zu 90% aus Schwarzen besteht, als Beweis einer erflogreichen Integration im Land des Baguettes und der eigenen, mangelhaften Spielkultur.
Demnach…Muss ich jetzt Sauber machen, meine Freundin kommt bald.
Ihr hört von mir…
Bäm Man
Tags:Bremen, Deutschland, Donezk, Frankreich, Olympiastaion, U-16Verwandte Artikel
Tags: Bremen, Deutschland, Donezk, Frankreich, Olympiastaion, U-16
