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Die Bundesliga am 27.Spieltag

Bäm Man am Sonntag, 12. April 2009

Die Bundesliga:

National wird geschimpft, während das Volk sich in zwei Seiten spaltet. Diejenigen, die den Einfluss des Geldes für gut halten und aufspielende Hoffenheimer, sowie offensive Wolfsburger als frischen Wind betrachten und halt die Anderen, die an Traditionen und Althergebrachtem festhalten und wankelmütige Leistungen der eigentlichen großen Drei – Bayern, Bremen und Schalke – für Plagen als Vorzeichen der sportlichen Apokalypse halten.

International zeigen sich die Bundesligisten ebenso unbeständig wie national. Während die Bayern sich von großartig aufspielenden Katalanen demütigen lassen, zeigen ehemalige Hansestädte, dass auch deutsche Mannschaften nicht chancenlos gegen die der europäischen großen Drei sind (England, Spanien, Italien).

Statt mich mal zu thematisieren, fand ich nun eine passende Einleitung, die meiner Meinung nach die Wirkung der höchsten deutschen Spielklasse wiederspiegelt. Diese Saison kann dramatisch werden. Dramatisch für Mannschaften wie Bayern, Bremen,Hamburg, aber auch für Mannschaft wie Wolfsburg, Karlsruhe und Gladbach.

Meine Mannschaft hat schon gezeigt, dass sie Meister der Tragödien sind. Und da sich bei Schalke 04 die Verantwortlichen eher wie ein Affenzirkus auf LSD nach einem Wettsaufen benehmen, wirkt das auch schon gar nicht mehr wie eine Geschichte, die von Missverständnissen, Fehlern und Schicksalsschlägen geprägt wird, sondern viel eher wie ein selbstironischer Haufen irgendwelcher schuldabschiebender Zicken.

Borussia Dortmund  3-1  1.Fc Köln

Wenn etwas nach 70er Jahre riecht, bringe ich das mit “H” spritzenden Fixxern auf dem Babystrich  der Potsdamer Straße in Berlin-Tiergarten und Berlin-Schöneberg in Verbindung. Obwohl dieses Spiel eher weniger mit Drogen und Christiane F. zu tun hat, habe ich dennoch einige Parallelen ziehen können.

Und oben schon erwähnt verhielten sich die Dortmunder Verteidiger auch wie total benebelte Pazifisten aus den 60ern und griffen in der 10.Minute die stürmenden Kölner nicht an. Resultat dieses Verhaltens war das Tor Vucicevics nach einfachen Kombinatinen der Kölner. Die Dortmunder Verteidigung, die sich vor diesem Verhalten irgendwie mit Rum bekleckert hatte, machte ihre Sache aber in Person Subotics wieder gut. Der junge Serbe setzte in der 29.Minute den Ausgleichstreffer, der sich aufgrund überlegender Dortmunder dann doch angekündigt hatte. Den 2.Treffer hatte Dortmunds Spielmacher Hajnal mit einem schönen Volley ins Tor gebrettert. Der BVB sah daher die Chance die Entscheidung zu erzwingen, die er auch in der 81.Minute bekam: Frei läuft mit dem Ball von der rechten Seite in den 16er und flankt auf den langen Pfosten, wo Geromel (IV Kölns) statt zu erklären völlig allein und unbedrängt zum 3:1 einnetzt.

Somit gelang dem BVB der 3.Sieg in Folge. Die Dortmunder gewannen verdient und sind weiter dabei in der Partie um die internationalem Plätze. Und trotz anfänglicher Trunkenheit setzten sie sich gegen die Rheinnarren durch, die jedoch immer noch relativ beruhigende 9 Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz haben.

Energie Cottbus  2-1  Arminia Bielefeld

Falls ich echt mal das Glück haben sollte und Sportjournalist werde, werde ich mich wohl auch an den Kodex der Neutralität halten müssen. Und falls ich mal das Pech haben sollte  aus beruflicher Sicht die Cottbusser neutral bewerten zu müssen, werde ich hoffen, dass sich bis dahin meine Meinung zu den Lausitzern geändert haben wird. Solang das nicht der Fall sein wird, bleibt Cottbus für mich eine Mannschaft mit osteuropäischen Schwarzarbeitern, die billiger sind als Deutsche oder europäische Qualitätsarbeiter und anderen Fußballern die Arbeitsplätze wegnehmen. Soviel zu meiner sozialgesellschaftlichen Einschätzung…

Die Arminia war über weiter strecken die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit, konnte das aber nicht ins Zählbares ummünzen. Ohne jeglichen Einfluss von Rauschmitteln kam es dann in der 43.Minute dazu, dass Rost vom rechten Flügel in die Mitte flankte, wo Rangelov den Ball ganz trocken ins Tor beförderte. In der zweiten Halbzeit hatten sich die Bielefelder dann ans Herz gefasst und den Ausgleich erzielt (Munteanu 48.Minute). Das Duell der beiden abstiegsgefährdeten Mannschaften sollte ebenso wie das Spiel im letzten Jahr glücklich für die Lausitzer ausgehen, die durch den Bulgaren Angelov in der 59.Minute wieder in Führung gingen und damit schon den Endstand erzielt hatten.

Die Jungs von Energie Cottbus starten somit hochprozentig motiviert in das Spiel gegen die Schalker am Freitag.

FC Schalke 04  2-0  Karlsruher SC

Wo wir grad schon beim Thema versoffene Mannschaft waren, widme ich mich nun dem mehr oder weniger peinlichsten Haufen an Mannschaft, den der deutsche Fußball wohl zu bieten hat: Schalke, wie jedes Jahr mit Titelambitionen in die Saison gestartet, stehen sie kurz davor die Saison mit dem schlechtesten Ergebnis seit neun Jahren abzuschließen, als sie 99/00 mit dem 13.Tabellenplatz abschlossen. Positiv zu erwähnen wäre: Sie hatten das letzte Spiel gewonnen. (Klingt nach ziemlich viel und gut begründetem Optimismus, nicht wahr?)

Schalke Fan- & Spielkultur

Na ja, das Spiel begann besser für die Badener, die einige Torchancen in der ersten Hälfte der 1.Halbzeit hatten, diese aber am gut parierendem Neuer nicht verwerten konnten. In der richtigen Phase des Spiels gelang dann den Gelsenkirchenern das 1:0 durch Prügelknaben Kuranyi nach einer butterweichen Flanke Jermaine Jones’. Direkt danach drückte Schalke auf das 2:0, aber nicht lange und konstant genug, so dass der KSC wieder ins Spiel fand und auf den Ausgleich drückte.

Die Karlsruher – seit 7 Spielen ohne eigenen Treffer – gaben sich alle Mühe mal wieder ein Erflogserlebnis für sich verbuchen zu können, doch konspirative Kräfte sorgten dafür, dass Schalke das 2:0 nach einem schweren Schnitzers Millers durch den Peruaner Farfan erzielte und die Partie damit entschieden war.

Schlussendlich sehen beide Mannschaften ausgesprochen nüchtern zum nächsten Spieltag, was für Schalker Verhältnisse eher ungewöhnlich ist.

TSG Hoffenheim 1899 0-3  VFL Bochum

Höhöhö

* Zufrieden schaut der Autor des Artikels zum Ergebnis dieses Spiels.*

Die TSG hatte es in der Rückrunde nicht geschafft die Leistung darzubieten, die sie in der Hinrunde gezeigt hatte. In dieser nämlich hätte man dieses Spiel noch als klare Angelegenheit gesehen. “Ja, zerschmettert hätten die die Bochumer” oder “Die hätten sich in Rausch und Ekstase geschossen, die Hoffenheimer” wären durchaus Gedanken gewesem, die Fußballbegeisterte noch vor ein paar Monaten noch gehabt hätten. Doch so schnelllebig wie das Fußballgeschäft ist, kam es nun zu einem 3:0 für die Bochumer, die durchaus effizient gespielt haben.

In der ersten Halbzeit behielten die Hoffenheimer eindeutig die Oberhand. Mit schnellen und meist präzisen Angriffen setzten sie die Abwehr der Bochumer unter Druck, konnten aber aufgrund mangelnder Chancenauswertung keinen eigenen Treffer für sich verbuchen. Im Gegensatz zu den Bochumern, denen es in der 42.Minute beim ersten Angriff (der irgendwie auch keiner war) gelang den Führungstreffer zu erzielen. Der Torschütze war Sestak, welcher wiederum nur nach einem Schussversuche Onos aus der zweiten Reihe angeschossen wurde und den Ball ins Tor lenkte. Im Anschluss nach der Pause bewies nun der VFL, dass er ebenfalls Fußball spielen konnte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit spielten die Bochumer stärker auf und übernahmen mehr Spielanteile. Dafür wurden sie auch ziemlich früh in der 55.Minute mit einem Tor Sestaks belohnt. Nichtsdestotrotz (ich steh einfach auf dieses Wort) war Hoffenheim bis dahin die bessere Mannschaft. Das Spiel jedoch sollte einen Negativ-Höhepunkt erleben als in der 59. Minute Carlos Eduardo eine Tätlichkeit begann und daher zurecht mit der Roten Karte vom Platz geschickt wurde. Den zweiten Negativ-Höhepunkt sollte es schon nicht mal 2 Minuten danach geben als Haas, der Ersatztorhüter der TSG, Sestak mit einer Notbremse vom Boden holte, der sich glatt in der Luft einmal überschlagen hatte und brutal auf den Boden gelandet war. Haas wurde ebenfalls vom Platz gestellt und Sestak konnte weiterspielen. Der Slowake konnte sich auch später gleich dafür rächen, in dem er von Freier, der zuvor die Verteidigung der Hoffenheimer ausgetanzt hatte, bedient wurde und nur den Ball ins Tor einschieben musste.

Auf gut Deutsch: Hoffenheim spielt nicht mehr so gut auf wie zuvor, womit man zugeben muss, dass ein wenig Fußballqualität verloren ging. Bochum jedoch konnte wichtige Punkte im Kampf gegen den Absturz sammeln.

Hannover 96  2-0  Hertha BSC

Ebenso wie die Hoffenheimer hatte Hertha BSC in letzter Zeit auch einen Durchhänger. Die letzten beiden Spiele hatten sie verloren, was letzte und vorletzte Saison eigentlich niemanden wirklich interessiert oder überrascht hätte. Jedenfalls wollten die Hauptstädter in Person Andrej Voronins wieder 3 Punkte einfahren um doch noch unterbewusste Wünsche nach der deutschen Meisterschaft in Erfüllung gehen lassen zu können.

Diese Partie erinnerte ein wenig an das UEFA-Cup Duell des Donnerstags zwischen dem HSV und Manchester City. Wie schon 2 Tage zuvor fand ein Spielhöhepunkt in der 1.Minute statt. Der Gegensatz zu dem Spiel der Hanseaten war jedoch, dass die Hertha nicht in Führung gegangen ist, sondern es nur zu einem Lattenschuss Raffaels gebracht hatte. Das Tor nämlich viel erst später auf der anderen Seite. Der in Hannover geknechtete Ex-Schalker Mike Hanke traf nach einer schönen Flanke von Rausch per Kopf in der 30.Minute zum 1:0. Beim zweiten Treffer zum 2:0 quetschten die Niedersachsen den Ball förmlich ins Tor.

Und wieder kam es in einem Spiel heute zu einem traurigen Höhepunkt für den der sonst so gelobte Voronin sorgte. Der im Spiel unauffällig gebliebene Ukrainer bekam dann in der 89.Minute alle Aufmerksamkeit, nachdem er eine Tätlichkeit begangen hatte und deshalb vom Platz gestellt worden war. Somit war es wohl vorerst mit Titelträumen in der besten Stadt der Welt.

FC Bayern München  4-0  Eintrach Frankfurt

Die Hessen, die eigentlich Fußball Club Frankfurt heißen sollten, hatten die Rückrunde noch nicht viel mit Abstiegskampf zu tun, was sich aber im Falle einer Niederlage schnell ändern könnte. Die Bayern auch nicht, womit man aber irgendwie rechnen konnte. Ebenfalls rechnen konnte man damit, dass Barcelona gewinnt, eher weniger jedoch damit, dass sie die erste Halbzeit die Bayern nicht nur ausgespielt, sondern auch vernichtet, blamiert und gedemütigt haben.

Im Kampf in der Bundesliga heißt es daher ganz klar, dass sich die Bayern wohl nur noch auf die Meisterschaft konzentrieren können, die nach der Niederlage in Wolfsburg schon mal spannender gemacht wurde. Gegen die Frankfurter musste nun ein Sieg her, und ein klarer damit Klinsmann seine Trainerposition behaupten kann. Und als ob es das leichteste auf der Welt wäre, schoss Ribery, der am Mittwoch noch ziemlich blass geblieben war, das Tor zum 1:0 in der 3.Minute von der Strafraumgrenze, ohne dass ein Verteidiger ihn ernsthaft attackiert hatte. Somit war der erste Torschuss gleich im Tor (kennt man doch irgendwoher von kleinen, argentinischen Halbwüchsigen). Statt sich erstmal mit diesem Treffer zu begnügen, legten die Bayern nach.  Munter in Richtung des Frankfurter Tores (gibts in Berlin – Friedrichshain) kam es dann in der 17. Minute zu einem Freistoß Riberys, bei dem er den Ball in den Strafraum und damit in den Lauf des völlig unbedrängten Italiener Toni hob, der den Ball zu einem zweiten Treffer der Münchener verwerten konnte. Es schien so, als ob die Frankfurter darauf zu reagieren versuchten, stellten sich aber sehr zaghaft an, so dass die Offensivbemühungen nicht viel gebracht hatten. Stattdessen ging es weiter in Richtung Tor der Hessen. Wieder durch eine Standardsituation schepperte es im Frankfurter Kasten. Nach einer Hereingabe Schweinsteigers, köpfte Lucio zum 3:0 in der 36.Minute. Der ansonsten auffälige Schweinsteiger, der eine starke Partie machte, konnte nach dem Seitenwechsel noch sein Tor machen, auch wenn es ein Abstauber war, nachdem Nikolov einen Schuss Tonis nur zur Seite abprallen ließ, wo der Nationalspieler bereit stand und nur einschieben hatte.

Der Rest des Spiels verlief größtenteils ereignislos und hatte daher keine Besonderheiten. Somit hatten sich die Bayern Dragolsav Stepanovics Satz “Lebbe geht weida” zu Herzen genommen und selbst großartig aufgespielt. Zugegeben nicht so überirdisch wie die Katalanen aber durchaus gleichziehend.

Borussia Mönchengladbach  1-2  VFL Wolfsburg

VW-Hochburg Wolfsburg…Einst ödes “Kulturland” irgendwo in Niedersachsen, wo es niemanden interessiert.

Offensiv-Hochburg Wolfsburg…Jetzt Tabellenführer der Bundesliga am Ende der Saison, den besten Sturm und Torschützen stellend.

Und nach dem glorreichen Sieg gegen die Bayern am vergangenen Spieltag hätte man heute mit einer kraftvoll betonierten Breitseite der Gladbacher gerechnet. Das Spiel jedoch sollte noch etwas anders verlaufen…

Die Borussia dominierte das Spiel in der ersten Hälfte stark. Sie setzten sich in der Wolfsburger Hälfte fest und versuchten den ersten Treffer zu erzwingen. Vor allem der auffällige Marin, mit jungen 20 Jahren praktisch schon Chef der gesamten 11, hatte dem Spiel seinen Stempel aufdrücken können, ohne dass etwas Zählbares dabei heraussprang. Anders als die Niedersachsen, die mit ihrer ersten ernsthaften Chance in der 21.Minute durch Dzeko in Führung gingen. Gladbach gab sich dann Mühe umgehend die Antwort zu geben, jedoch fanden die Niedersachsen besser ins Spiel und es sollte ein Weilchen dauern ehe wieder etwas Wertvolles heraussprang. In der Zeit bewies der Gladbacher Innenverteidiger Dante, dass heute nicht sein Tag war. Mit schlechten Abwehrleistungen und ungeglückten Offensivaktionen hatte er seine Mannschaft das ein oder andere Mal in Schwierigkeiten gebracht. Und der Brasilianer sollte es auch bleiben, der im weiteren Spielgeschehen eine wichtige Rolle einnehmen sollte. Nach einem Freistoß Marins in den 16er war es dieser Dante, der zum Ausgleich köpfte. Eine Leistung zwischen Genie und Wahnsinn, die für die niedersächsischen Mittellandkanalbewohner im Glück enden sollte… In der Schlussphase wurde das Spiel offen, jedoch drückte der VFL eher auf den Siegtreffer als die Gladbacher. Und wieder war es Dante, der für die Spielentscheidung sorgen sollte. Nach einer schlechten Abwehr konnte Sascha Riether zum 2:1 abstauben und seiner Mannschaft zum Sieg verhelfen.

Der Dante hätte meiner Meinung nach heute eine glatte 5 bekommen, aber auch nur keine 6, weil er zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand und seiner Mannschaft noch einen positiven Ausgang des Spiel ermöglicht hatte. Durch seine fatalen Abwehrfehler jedoch, war auch dieses Vorhaben Geschichte.

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